LEISTUNGEN / TYPOGRAFIE

THOMAS SCHIRMAIER

TYPOGRAFIE UND SATZ

Eine kurze Übersicht zu ein paar typografischen und satztechnischen Grundbausteinen. Oftmals sind es die kleinen Dinge, die den großen Unterschied ausmachen und die gerne auch in höherwertigen Drucksachen sträflich vernachlässigt werden.


Schriftschnitte

Grundsätzlich gibt es diese fünf Schriftklassen:

  • 1. Antiquaschriften oder Serifenschriften
  • 2. Egyptienne, serifenbetonte Linear Antiqua:
  • hier haben die Serifen die gleiche Stärke
  • wie die Buchstaben
  • 3. Serifenlose Schriften auch Groteskschriften genannt
  • 4. Kalligrafische Schriften
  • 5. Schreibschriften

Thema: Optimierung von Headlines

Bei prominente Headlines, wie beispielsweise bei Plakaten, Buchtiteln etc. sollte die Standardeinstellung der Schriftschnitte »ausspationiert« werden. Das heißt, es gibt Buchstabenkombinationen wie z. B. »LA« (6), bei denen zwangsläufig ein größerer Leerraum zwischen den Buchstaben vorhanden ist. Auf der anderen Seite Kombinationen wie »MP« (3), die einen kleinen Zwischenraum aufweisen. Beim Ausspationieren wird der Buchstabenabstand zwischen »MP« in dem Beispiel manuell vergrößert und der Abstand zischen LA verkleinert.
Das Ziel ist es, die Leerräume zwischen den Buchstaben zu harmonisieren, sodass sie in etwa optisch die gleiche Flächengröße aufweisen. Die Headline hat dann einen harmonischen Rhythmus mit optisch ähnlichen Buchstabenabständen.
Eine nicht ausspationierte Headline wirkt dagegen unruhig und nicht professionell.


Thema: Flattersatz

Ein gut gesetzter Flattersatz flattert gleichmäßig, also eine Zeile länger, die folgende kürzer, dann wieder länger usw. So ergibt sich ein ausgewogenes Schriftbild.

Bei einem unprofessionell und schlecht gesetzten Flattersatz gibt es Bäuche oder Kerben über mehrere Zeilen hinweg. Das Schriftbild sieht unharmonisch aus.

Thema: Blocksatz

Bei einem typografisch gut gesetzten Blocksatz sind die Wortabstände weitestgehend gleichmäßig. Das führt zu einem ausgewogenen, ästhetischen Satzbild und einer guten Lesbarkeit.

Ein schlecht gesetzter Blocksatz hingegen weist unregelmäßige Wortabstände, also Löcher bzw. größere Lücken auf. Das führt zu einem unruhigen und unharmonischen Schriftbild.

Der Satzkantenausgleich im Blocksatz

Das betrifft vorwiegend die rechte Außenkante im Blocksatz. Durch die Trennstriche bei Worttrennungen und Gedankenstrichen entstehen hier kleine »optische Lücken«. Mit der Aktivierung des Satzkantenausgleiches in InDesign werden die Trenn- und Gedankenstriche etwas über die rechte Satzkante hinaus verlagert, um diese kleinen Lücken zu schließen. Das Ziel ist auch hier ein harmonisches, gleichmäßiges Schriftbild.

Bei der linken Satzkante hat die Einstellung Einfluss auf Anführungszeichen am Zeilenanfang, die etwas nach links herausgerückt werden.